Mediation trifft Meditation

Ich habe keine Ahnung, warum ich schon immer wusste, was Mediation ist. Geht es Ihnen auch manchmal so? Sie wissen über etwas Bescheid, oder können es zumindest einordnen, aber Sie können gar nicht mehr so richtig sagen, woher sie das jetzt wissen, wer Ihnen mal so beiläufig davon erzählt hat, oder kam das mal im Fernsehen? Dass Sie auf die Frage „woher weisst Du das?“ antworten „sowas weiss man halt…“.  Was die Mediation angeht, ging ich unbewusst davon aus, dass auch jeder andere dieses Wissen teilt. Superfehler. Ok-wie kam ich zu dieser Fehlannahme?

Punkt eins – wir outen uns ja nicht besonders gern als unwissend (während andere fachsimpeln versuche ich natürlich, selbst bei völliger Ahnungslosigkeit total schlau auszusehen – außer es geht um Quantenphysik, das kann man schließlich nicht von mir verlangen, oder?)

Punkt 2 – es weiss ja gar nicht jeder, dass er es nicht weiss  (Treffen mit alten Bekannten – „Und, was machst Du so?? Also, beruflich??“ –  „Mediation“ – „Eeeecht? …das machst Du beruuuflich??? Mach ich auch-jeden Morgen…!“ „Nein. Medi-()-ation-ohne t“

Konrad Adenauer hat einmal gesagt „Lassen Sie uns erst die Begriffe klären, bevor wir uns streiten“. Fast eine Arbeitsanweisung für Mediatoren. Und was Mediation und Meditation angeht – ein richtig guter Tip.

Ich habe schlicht das Verwechslungpotential mit Meditation unterschätzt. Meditation ist halt einfach prominenter und lässt sich wesentlich besser vermarkten – stimmungsvolle Bilder von Bambus, Buddhas und stillen Landschaften. Aber geben Sie mal in einer beliebigen Suchmaschine „Medi-ation“ ein…Überaschung! – da kommen größtenteils die selben Bilder…der winzige Unterschied in der Schreibweise ist also vernachlässigbar und so werden die beiden Begriffe erst recht verwechselt.

Sucht man gezielt nach Medi-ation sind keine so hübschen Bilder geboten. Mediation löst Konflikte und mit diesem Begriff assoziieren wir ja nichts Angenehmes. Besser nicht darüber reden, braucht ja keiner wissen….aber warum eigentlich? Schließlich wird doch auch Abend für Abend der Film, den wir uns vielleicht anschauen durch Werbung für irgendwelche Mittel gegen ganz andere, durchaus unangenehme bzw. intime Sachen unterbrochen – fängt bei Karies oder Sodbrennen an und hört bei  Blasenschwäche auf. Findet jeder lästig, kaum einer peinlich.

Ein Werbespot nach dem Motto „Also wenn wir einen Konflikt haben, tun wir Mediation drauf“ ist sicher nicht das Mittel der Wahl, Mediation bekannter zu machen. Aber ich denke, auch Meditation ist nicht auf diesem Weg so bekannt geworden. Sie ist bekannt geworden weil sich herumgesprochen hat, was sie bewirkt und weil man sich damit besser fühlt – und da habe ich für die Mediation noch berechtigte Hoffnung.

 

2 thoughts on “Mediation trifft Meditation

  1. Liebe Katja, zuerst einmal: Herzlichen Glückwunsch zum Blogstart! 🙂 Ich finde, Du hast ein wirklich wichtiges Thema gewählt! Herzlichen Dank für den wertvollen Beitrag! Liebe Grüße, Christina

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