Cant‘ buy me love – Geschenk zum Valentinstag

Nein – der Valentinstag ist KEINE Erfindung der Blumenhändler. Tatsächlich geht er auf einen oder mehrere christliche Märtyrer dieses Namens zurück. Was genau allerdings deren Martyrium mit dem heutigen Brauchtum zu tun hat – weiss ich nicht…

Sicher ist jedenfalls, Sie haben nicht wirklich eine Chance, diesen Tag zu vergessen. Sogar Fast-Food Ketten bieten „romantische Drei-Gänge Menüs“ an und das Valentins-Geschenke-Marketing bedient sich so subtil suggestiver Sätze wie: „Geschenke zum Valentinstag – das erwartet Dein Schatz von Dir“. Interessant. Ist das so? Gibt es am Valentinstag spezielle Erwartungen an den Partner? Wünsche ich mir Blumen, Briefchen, eine Einladung zum romantischen Cheeseburger-Essen? Oder erwartet Schatz mehr? Darf es nicht eigentlich ein Konzertbesuch sein? Hm, hatten wir schon letztes Jahr … wie ist das nun zu toppen? Wellness-Wochenende vielleicht? Voll der Stress – es lebe der Kommerz.

Ich will damit nicht sagen, es wäre nicht ganz wundervoll sich Gedanken zu machen, womit Sie Ihren Partner erfreuen können (pssst…..Pralinenschachtel in Herzform ist es nicht!!). Natürlich ist für diese Überlegung jeder Anlass höchst willkommen und gerne auch der Valentinstag. Und selbstverständlich dürfen und sollen Sie sich das immer überlegen, auch völlig Anlass-los – siehe analog andere typische Geschenk-Tage (falls Sie jetzt nicht gleich draufkommen zur Erinnerung – Hochzeitstag, Kennenlerntag, Muttertag usw.)

Oder gehören Sie zu denen, die sich gegen Erwartungen bzw. Enttäuschungen oder kostspieligen Aktionismus absichern, indem Sie sich darauf geeinigt haben, dass das „nur Geldmacherei“ ist und dass Sie solche „Liebesbeweise nicht nötig“ haben und schließlich nicht „jeden Schmarren“ mitmachen müssen. Achtung Falle!! – es gibt einschlägige Statistiken, nach denen Männer es völlig OK finden, den Valentinstag unter den Tisch fallen zu lassen, Frauen dagegen sich über eine kleine Aufmerksamkeit freuen und sie auch zu schätzen wissen! Oder…..kann es vielleicht sein, dass es was mit Ihnen und Ihrer Partnerschaft zu tun hat? Bekanntlich ist das oft der Fall, wenn einem was so gar nicht gefallen will.

Also – selbst wenn Sie nicht – oder gerade wenn Sie zu diesen Valentins-Dienst-Verweigerern gehören – bestimmt gibt der Tag dem einen oder anderen Anlass, innerlich Bilanz zu ziehen. Die Partnerschaft gedanklich auf den Prüfstand zu stellen. Gehören Sie zu den Glücklichen, die am Fundament rütteln können und feststellen „steht noch bombenfest“ – oder haben die vergangenen Jahre schon bleibende Kollateralschäden hinterlassen?

Also Schäden in Form von Gefühlen, die mit Respekt, Vertrauen oder gegenseitiger Anziehung nicht mehr viel zu tun haben. Gibt es da so etwas wie eine unsichtbare, nicht greifbare emotionale Schranke? Wo sind sie nur hin „Mr. & Mrs. Right“? Sie erinnern sich – das waren Sie, als Sie noch jedes Wort des Anderen aufgesaugt haben und alles unheimlich interessant fanden, was er bzw. sie Ihnen erzählt hat. Es gab kein „falsch“ oder „richtig“ – nur „WOW“. Sie konnten stundenlang zuhören…und aus allem nur das „Gold“ heraussieben – der Rest fiel einfach durch.

Und später fiel Ihnen der „Rest“, also alles, was nicht so „golden“ war auf die Füße. Weil Sie lange darüber hinweggesehen haben, Kompromisse geschlossen haben, sich überreden ließen, zurückgesteckt und unter den Teppich gekehrt haben. Und das sind nur ein paar „Verteidigungs-Techniken“. Da Angriff bekanntlich die beste Verteidigung ist, wäre da ja auch noch Nörgeln, Anschuldigen, Schreien, Türenknallen. Ganz gleich, ob Angriff, Verteidigung oder Flucht, diese Muster sind tief in uns verankert. wenn wir uns in einer unangenehmen oder bedrohlichen Situation befinden – allerdings lösen Sie damit niemals einen Konflikt. Und ein ungelöster Konflikt bekommt ganz schnell „Junge“, er breitet sich aus wie Unkraut im Garten.

Es kommt vor, dass ein Partner der am Ende seiner Kräfte, seiner Leidensfähigkeit, vermeintlich am Ende seiner Liebe oder einfach am Ende seiner Geduld angekommen ist, eine Paarmediation anfragt und die Bereitschaft des Anderen eher wackelig oder zähneknirschend daherkommt. Weil er die Situation anders wahrnimmt. „ICH habe ja kein Problem damit!“. Es kommt jedoch keiner Zustimmung zur Sichtweise des Partners und auch keinem Schuldeingeständnis an der Misere gleich, wenn  Sie gemeinsam mit dem Partner oder der Partnerin einen Konflikt genauer unter die Lupe nehmen. Denn mal ehrlich – auch wenn Sie auf den ersten Blick kein Problem in der Sache haben – Sie fühlen sich vielleicht überlegen, ganz sicher im Recht, oder das Thema hat für Sie persönlich zunächst keine große Bedeutung – aber: die emotionale Distanz die entsteht, solange auch „nur“ ein (1) Partner einen Konflikt als ungelöst empfindet – die spüren Sie! Und diese Distanz kann zu einem diffusen Gefühl der Ablehnung führen, zu weiterem Konfliktpotential, da tun sich Nebenschauplätze auf und die Diskussionen, in denen ganz viel „sowieso“, „immer“ und „nie“ vorkommt gehen in eine weitere ergebnislose nächste Runde.

Der Valentinstag ist auf jeden Fall nicht der Moment, alte Konflikte nach alten Mustern zur Sprache zu bringen. Aber ein Anlass zu hinterfragen „wie geht es mir – wie geht es Dir in unserer Beziehung“, die eigene Erwartungshaltung und Kommunikationsmuster zu überdenken. Sie könnten Ihrem Partner/-in die Frage stellen: „Was kann ich für unsere Beziehung tun, was wünschst Du Dir von mir?“. Diskutieren Sie bitte die Antwort nicht! Und antworten Sie nicht darauf – die schlimmste mögliche Antwort beginnt übrigens mit „ja, ABER…“. Hinterfragen Sie „wie meinst Du das genau…?“ bis sie glauben, richtig verstanden zu haben und dann fassen Sie nochmal zusammen: „Du möchtest also dass….“  – ohne den Wunsch des Partners zu bewerten. Schenken Sie volle, ungeteilte Aufmerksamkeit und freundlichen Augenkontakt ….wenn Sie sich beide darauf einlassen endet der Abend wahrscheinlich …. unbezahlbar … WOW!

Haben Sie ein schönes Ritual für den Valentinstag oder für wichtige Gespräche? Dann freue ich mich über Ihren Kommentar!

2 thoughts on “Cant‘ buy me love – Geschenk zum Valentinstag

  1. Liebe Katja,
    „Wiki“ hat auf jede Frage eine Antwort!
    „Was genau allerdings deren Martyrium…………………..?“
    nachzulesen unter: http://www.katholisch.de

    Meine Mutter 99 Jahre alt, bekommt heute noch ein leuchtendes Gesicht wenn sie von ihrem ersten Valentinstag in Paris erzählt. Veilchensträußchen haben damals die Kavaliere ihren Herzallerliebsten geschenkt.
    Dir und Andreas einen zauberhaften Valentinstag!
    Gruß Helga Neuberger

    1. Liebe Helga – wie schön für Deine Mutter, dass sie daran so eine schöne Erinnerung hat. Ich würde gerne in diese Zeit reisen können um zu erleben, welche Bedeutung solche Tage und die Geschenke damals hatten! Wie viel besser könnten wir die alten Menschen verstehen…Herzliche Grüße, Katja

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